Thema ist das Buch „Die stille Gewalt. Wie der Staat Frauen alleinlässt“ der Berliner Rechtsanwältin und Autorin Asha Hedayati.
Gewalt gegen Frauen gehört zu den größten Problemen unserer Zeit. Laut Bundeskriminalamt steigt die Zahl der Opfer angezeigter Fälle seit Jahren stetig an. Weltweit gehört Gewalt gegen Frauen zu den am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen. Besonders gefährdet sind Frauen in Trennungs- oder Scheidungssituationen.
Asha Hedayati arbeitet als Rechtsanwältin in Berlin und vertritt in Trennungs-, Scheidungs- und Gewaltschutzverfahren vor allem diese unter der Gewalt ihrer Partner leidenden Frauen. Dabei macht Asha Hedayati immer wieder die Erfahrung, dass die staatlichen Strukturen Frauen nicht nur unzureichend vor Gewalt schützen, sondern sogar selbst Teil eines gewaltvollen Systems sind.
Partnerschaftsgewalt sei wie ein blinder Fleck bei Familiengerichten, Polizei und Jugendämtern, in Sorge- und Umgangsrechtsverfahren, beklagt die Autorin. Dabei sei jede vierte Frau wenigstens einmal in ihrem Leben von Gewalt in ihrer Partnerschaft betroffen; mit großer Sicherheit hätten wir alle im Bekannten- und Freundeskreis sowohl Betroffene als auch Täter.
Wie der Staat die betroffenen Frauen alleinlässt und was sich ändern muss, damit die zuständigen Institutionen wirklich den Schutz bieten, den sie leisten sollten, ist Thema ihres Buchs und Thema dieser Ausgabe des Lesekreises zu feministischer Literatur.
Diskutiert wird anhand von Textausschnitten, die während des Treffens vorgelesen werden. Alle Interessierten, unabhängig vom Geschlecht, sind dazu herzlich willkommen.